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Trink- und Heilwasserschutzgebiete; Trinkwasserversorger

Gebiete zur Gewinnung von Trink- oder Heilwasser sind vor Verunreinigungen und anderen Einflüssen, die zu Qualitätsminderungen sowie zu Minderung der Ergiebigkeit führen können, besonders zu schützen. Dazu sind Wasserschutzgebiete festgesetzt, in denen bestimmte Handlungen verboten oder nur beschränkt zulässig sind. Nach § 52 Abs.1 WHG kann die zuständige Wasserbehörde Befreiungen von Verboten und Beschränkungen sowie Duldungs- und Handlungsverpflichtungen erteilen, wenn der Schutzzweck nicht gefährdet wird oder überwiegende Gründe des Wohls der Allgemeinheit dies erfordern. Sie hat eine Befreiung zu erteilen, soweit dies zur Vermeidung unzumutbarer Beschränkungen des Eigentums erforderlich ist und hierdurch der Schutzzweck nicht gefährdet wird.

Wasserschutzgebiete bestehen aus der Schutzzone I (Fassungszone), der sich nach außen daran anschließenden Schutzzone II (engere Schutzzone) und der sich nach außen daran anschließenden Schutzzone III (weitere Schutzzone).

Die Bemessung der Schutzzonen erfolgt nach geologisch- bodenkundlichen und hydrogeologisch-geografischen Kenngrößen sowie den Kenngrößen des Grundwasserförderregimes und sich daraus für das Einzugsgebiet ergebenden Abstandsgeschwindigkeiten einschließlich der vertikalen Wasserbewegung von der Erdoberfläche bis zur Grundwasseroberfläche.

Die meisten Trinkwasserschutzzonen wurden nach DDR-Wasserrecht festgesetzt und gelten weiter im Sinne des §130 (2) ThürWG i.V.m. §106 WHG. Es gelten somit im Grundsatz die in diesen Schutzgebietsbeschlüssen enthaltenen Verbote und Beschränkungen fort und sind weiterhin anzuwenden.

So bedürfen z.B. Hoch- und Tiefbaumaßnahmen in einer Trinkwasserschutzzone II einer Ausnahmegenehmigung durch die untere Wasserbehörde.

Bei der Erteilung einer Befreiung sind die Vorhaben grundsätzlich so durchzuführen, dass nachteilige Beeinflussungen der zu schützenden Trinkwasserresourcen sicher vermieden werden.

Auch nach DDR- Wasserecht festgesetzte Heilwasserschutzgebiete gelten gemäß §131 (2) ThürWGi.V.m. §106 WHG fort. Es gelten die im jeweiligen Schutzgebietsbeschluss festgelegten Verbote und Nutzungsbeschränkungen. Zudem bedürfen Bohrungen, Grabungen und andere Arbeiten, welche den Bestand oder die Beschaffenheit der Heilquelle beeinflussen können, gemäß §131 (2) ThürWG einer Genehmigung.

Die Anforderungen sind im Detail verschiedenen technischen Regelwerken zu entnehmen, so z.B. den "Richtlinien für bautechnische Maßnahmen an Straßen in Wasserschutzgebieten" (RiStWag) sowie dem Arbeitsblatt ATV-DVWK- A 142 "Abwasserkanäle und Leitungen in Wassergewinnungsgebieten".

Im Kreis Weimarer Land existieren insbesondere im Südkreis mehrere behördlich festgesetzte Trinkwasserschutzgebiete. In den Kurorten Bad Sulza und Bad Berka existieren Heilwasserschutzgebiete. Die entsprechenden Karten sind während der üblichen Öffnungszeiten in der unteren Wasserbehörde im Original einsehbar::

- Trinkwasserschutzzonen Raum Apolda
- Trinkwasserschutzzonen Südkreis
- Trinkwasserschutzzonen Nordkreis
- Heilwasserschutzgebiet Bad Berka
- Heilwasserschutzgebiet Bad Sulza



Den für Ihre Gemeinde zuständigen Trinkwasserversorger finden Sie hier:

  Trinkwasserversorger im Weimarer Land



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